Archive for the ‘Strickszene’ Category

Stricken und Spa-Hopping in Island

November 17th, 2010

… da würde ich gerne teilnehmen – beim “Stitches & Spa Retreat” Anfang Dezember in Island: jeden Tag Strick-Workshop  und jeden Tag ein anderes Spa, manche davon Outdoor – im warmen Wasser in der Eislandschaft ….

Und wie habe ich das gefunden? Im Merian Online war ein Artikel über die Renaissance verschiedener Traditionen in Island: “Kreativ aus der Krise”. Laut Merian sind sowohl die traditionellen Pullover als auch Selberstricken wieder sehr in Mode – der Artikel spricht sogar von “Rockstars der Strickbranche”.

Nun ja, da es aber im Dezember bei mir zeitlich nicht klappt und die Reise auch nicht so ganz billig ist, tröste ich mich mit meinem aktuellen Projekt einer Island-Jacke aus original Lopi-Wolle. Sie ist schon fast fertig, es fehlt nur noch ein kritischer Schritt: das Aufschneiden des guten Teils – so dass aus einem rundgestrickten Pulli eine Reissverschlussjacke werde. Das ist wohl die traditionelle Methode, sowohl für Island- als auch für Norwegerpullover: erst rund stricken mit mehrfarbigen Mustern (ist rund natürlich einfacher, weil man immer die rechte Seite vor sich hat), dann sichern und aufschneiden. Aber kostet schon Überwindung beim ersten Mal ….

Eine Anleitung dafür findet sich z.B. bei islandwolle.de: kostenlose Anleitung für eine Island-Reissverschlussjacke (in Deutsch).

Herbst-Knitty ist da!

Juli 9th, 2010

Die Herbstausgabe 2010 der Knitty ist jetzt online

Hier hat es weit über 30° C  und das ist wahrscheinlich nur der Anfang der Hitzewelle. Da erscheint mir das herbstliche Erscheinungsbild der neuen knitty wie eine Nachricht von einem fernen Land.

Deswegen habe ich nur einen kurzen Blick reingeworfen und muss sagen, dass einige Projekte schon das gewisse knitty-Etwas haben: eine Originalität, die auf den ersten Blick eher gewagt als tragbar aussieht. Doch auf den zweiten Blick kann man erkennen, dass die meisten Modelle handwerklich sehr solide und mit technischer Raffinesse entworfen sind. Diese Kombination finde ich sehr reizvoll und zeigt sich z.B. am  Modell Trout River , einem Pullover/Pullunder mit abknöpfbaren Ärmeln und der schönen Silhouette. Sehr effektvoll (auch durch das schöne Garn und die Farbkombinationen) sind die Eda wristwarmers.

Gerade wollte ich noch etwas zu den anderen Inhalten der Knitty schreiben, denn gibt es oft interessante Artikel – aber die Website hat sich gerade verabschiedet. Gut es ist ja noch Zeit bis zum Herbst. Hoffentlich.

tags: , , | categories: Adela, Inspirationen, Strickszene | Kommentare deaktiviert

Strickterrasse – eine traumhafte Vorstellung

Juli 5th, 2010

Als ich diese Bilder (Fotostrecke) über das Stricken an der Spree gesehen habe, musste ich echt seufzen.

So schönes Wetter und weit und breit kein Stricken am Neckar in Sicht.

tags: , | categories: Adela, Strickszene | Kommentare deaktiviert

Stricken aktuell – eine kleine Presseschau

Juni 22nd, 2010

Der Weltstricktag hat in diesem Jahr ziemlich eingeschlagen.. Es hat den Anschein, dass der damit verbundene gute Zweck  die Tür zu den Medien öffnet. In erster Linie haben die regionalen Zeitschriften über die Aktionen um die Neugborenendecken in ihrer Umgebung berichtet.

Doch wie wird das Thema – abgesehen vom Weltstricktag – in der überregionalen Presse aufgegriffen? Gar nicht mal so selten und ziemlich unterschiedlich  – wie eine kleine Recherche über den Zeitraum der letzten Monate zeigt:

In der Sonne sitzen und stricken

Über die Krise in Island berichtet der Spiegel und stellt “Prjona Jona” (“Strickende Jona”)  vor, eine junge Isländerin, die mit dem Stricken eine große Karriere gemacht hat: Zunächst hat sie Babykleidung gestrickt und verkauft, dann ein erfolgreiches Strickbuch geschrieben. Die Frau, die in Island beinahe so bekannt sein soll wie Björk, sieht in der Wirtschaftskrise die Möglichkeit zur Rückkehr zum einfachen Leben:

“In den fetten Jahren hatten sich die Isländer daran gewöhnt, über ihre Verhältnisse zu leben. Jetzt entdecken sie die Freuden der einfachen Dinge. Daheim bleiben und kochen. Oder in der Sonne sitzen und stricken.”

Frühkindliche Prägung

Ich stricke also bin ich” titelt Die Welt und meint damit Rosemarie Trockel, deren Werke gerade in einer Retrospektive in der Kunsthalle Zürich gezeigt werden. Der Autor versucht sich in einer psychologisch-soziologischen Interpretation des Strickens:

Wahrscheinlich sind die frühkindlichen Bilder strickender Mütter, Großmütter und Tanten so stark, dass sie seit der Erfindung der Familie im späten 18. Jahrhundert keine Töchtergeneration mehr aus den umlockten Köpfen gebracht hat.

Selbstverständlich stricken echte KünstlerInnen – nach Meinung des Autors – nicht selbst . Das bleibt für ihn unvorstellbar. Für Rosemarie Trockel geht es dennoch zusammen -  stricken und denken.

Gegen Unsichtbarkeit: Telefonzellen mit Mützen

Ein sehr interessantes Strick-Guerilla-Projekt stellt Der Freitag vor: In München haben die beiden Künstler Stefanie Müller und Klaus Dietl zusammen mit jungen Migrantinnen aus dem Projekt “Fadenlauf” zwei Telefonzellen vor dem Bahnhof bestrickt.

Durch die kreative Auseinandersetzung mit Stoff, Auftritten auf Modeschauen oder künstlerische Aktionen wie das Einstricken der Telefonzellen in der Öffentlichkeit werden die Jugendlichen selbstsicherer. „Du bist dann nicht mehr so unsichtbar“

Das bunte Kleid wurde der Telefonzelle wieder abgenommen und ist in den Ausstellungsräumen von Munich Central zu sehen.

Glückliches Reisestrickzeug

Die Zeit beschreibt die “Neueste Masche” vor allem in praktischer Hinsicht. Die Autorin macht aus ihrer Leidenschaft beim Reisen zu stricken keinen Hehl (“Ohne Strickzeug entferne ich mich nicht weiter als 20 Kilometer von meiner Wohnung”), verweist auf die seit dem 11. September erschwerten Bedingungen bei Flugzeugreisen (drei beschlagnahmte Rundstricknadeln am Flughafen von Ciudad Juárez), versucht die Leser von extremeren Strickformen zu überzeugen (Yarn Bombing für Sehenswürdigkeiten) und hat sehr patente Tipps für’s Reisestrickzeug (keine teuren Holznadeln im Flugzeug) Glaubhaftes Fazit:

Wozu überhaupt stricken? Der Selbstversuch beweist: Stricken macht glücklich.

tags: , , , , | categories: Adela, Strickszene | Kommentare deaktiviert

Wer kennt Ravelry noch nicht?

Mai 27th, 2010
Die Login-Seite von Ravelry

Die Login-Seite von Ravelry

Ravelry  ist die wichtigste Online-Strick-Community weltweit – und ich finde es supernützlich.

Viele werden Ravelry schon kennen, aber vielleicht ist ja die eine oder andere (Wieder-) Einsteigerin ins Stricken dabei, die davon noch nicht gehört hat.

Der einzige Nachteil vorweg: Ravelry ist hauptsächlich englischsprachig. Aber selbst wenn die Englischkenntnisse nicht so gut sind, sobald man es mal durch die englische Anmeldung geschafft hat, gibt es sehr viel Bildmaterial – und es gibt dann auch deutschsprachige Diskussionsforen (groups).

Tja, warum finde ich Ravelry so nützlich? Erstens, es ist eine Riesen-Community mit mehreren Hunderttausend (kein Schreibfehler!) Mitgliedern, die fleissig Bilder einstellen – z.B. von Garnen, die sie gekauft haben (yarns stashed), von Projekten, an denen sie arbeiten (projects) und von fertigen Arbeiten (finished objects – FOs). Auch viele namhafte Strickdesignerinnen und -designer sind dort Mitglied. Manche Mitglieder stellen auch Anleitungen (patterns) ein – viele davon sind umsonst und die kostenpflichtigen Anleitungen kann man bequem online kaufen.

Zum zweiten ist Ravelry wirklich genial strukturiert: z.B. kann man beim Einstellen eines Bildes angeben, aus welchem Garn und nach welcher Anleitung (z.B. Strickheft Nr. X, Modell Y) man die Arbeit angefertigt hat. Das macht es möglich, dass Mitglieder sehen können, welche Arbeiten aus einem bestimmten Garn angefertigt wurden – und wie das so herauskam. Oder ob bestimmte Anleitungen Fehler oder Schwächen haben – das wird nämlich gerne in den Kommentaren angemerkt ;-)

Hier sind ein paar Beispiele, wie ich Ravelry gerne benutze:

  • ich habe mir ein neues Garn gekauft, aber bin noch nicht ganz entschlossen, was ich damit machen will und wofür das Garn so geeignet ist. Dann gebe ich den Namen des Garns bei Ravelry in die Suchbox ein, stelle die Suche auf “yarns” (Garne) ein, und es kommen oft hunderte von fertigen Arbeiten (finished objects) hoch, die mit dem Garn angefertigt wurden. Mit Fotos natürlich. So kann ich dann sehen, wofür das Garn gut geeignet ist (und wofür weniger) – und überhaupt, wie zufrieden die Mitglieder mit dem Garn sind
  • ich will mir etwas Bestimmtes stricken und suche noch eine Anleitung. Ich tippe mein Stichwort in die Suchbox (z.B. scarf für Schal), stelle die Suche auf “patterns” (Anleitungen) ein, und oft kommen hunderte Anleitungen zurück – viele davon sind sogar gratis herunterzuladen. Und wenn mir ein Modell gut gefällt, kann ich wiederum schauen, aus welchen Garnen die Mitglieder es angefertigt haben – mit welchen Garnen das Modell gut kommt und mit welchen nicht so. Manche Modelle brauchen z.B. ein superdickes Garn mit Stand und sehen mit einem dünneren oder weicheren Garn ganz anders aus – selbst wenn man korrekt umrechnet. So was sieht man leicht, wenn man sich mal durch ein paar Seiten “finished objects” für das Modell durchgeklickt hat. Da kann einem Ravelry vor schweren Fehlern bewahren.
  • ich habe online ein tolles neues Strickbuch gesehen, bin mir aber nicht sicher, ob es genügend interessante Modelle hat, so dass ich es mir kaufen möchte. Ich gebe den Buchtitel ein und suche nach “books”. Dann kann ich mir alle “finished objects” zeigen lassen, die nach Anleitungen aus dem Buch gearbeitet wurden. Insbesondere bei englischsprachigen Büchern, die schon eine Weile auf dem Markt sind, gibt es in der Regel zu jedem Modell aus dem Buch mehrere (oder viele) “finished objects”, so dass ich danach weiss, was in dem Buch so drin ist, und ob es sich für mich lohnt.

Tja, dann gibt es noch wie erwähnt die vielen Diskussionsforen (groups), einige davon auf Deutsch, z.B. auch eine Gruppe von StrickerInnen aus dem Raum Stuttgart – die heisst “Stuttgarter Stricktreff“.

Noch ein paar praktische Tipps: wer Mitglied werden möchte, muss sich auf der Home Page von Ravelry (www.ravelry.com) registrieren – und es kann ein paar Tage dauern, bis die Registrierung bearbeitet wird. Sobald man die offizielle Einladung hat, kann man dann loslegen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos – Ravelry finanziert sich über Sponsoren (z.B. Strickläden oder Garnfirmen) und über den Verkauf von “Souvenirs” aus dem angeschlossenen Online-Shop.

Wer Übersetzungshilfe für allgemeine englische Begriffe braucht: LEO (dict.leo.org) ist ein sehr gutes Online-Wörterbuch für Englisch-Deutsch (und umgekehrt). Falls sich ein spezieller Strickbegriff auf LEO nicht findet, Strickmasche hat ein schön übersichtliches Strickwörterbuch Englisch-Deutsch.

tags: , , , , | categories: Barbara, Inspirationen, Strickszene | Kommentare deaktiviert