Archive for the ‘Barbara’ Category

Islandjacke ist fertig – aufschneiden war gar nicht so schlimm ….

März 6th, 2011
Islandjacke - vor dem Waschen und Aufschneiden

Islandjacke - vor dem Waschen und Aufschneiden

Sie ist ja schon im letzten Jahr fertig geworden, meine Islandjacke – und ich hatte reichlich Gelegenheit, sie zu tragen, sie ist nämlich erstaunlich warm: mit einem dünnen, langärmeligen Wolloberteil darunter und mit Mütze, Handschuhen und Schal war die Jacke warm genug für Spaziergänge im Schnee und Besuche auf dem Weihnachtsmarkt. Und dafür ist sie ideal, denn sie bietet volle Bewegungsfreiheit.

Ich bin absolut glücklich über diesen Erfolg! Sie ist zwar etwas größer geraten als geplant, aber noch akzeptabel gross (und immer noch besser als zu klein) …..

Sehr spannend war die Fertigstellung: laut Anleitung von Lopi (über den Wollhändler von Lopi-Wolle, z.B. www.islandwolle.de) wird auch eine Jacke rundgestrickt. Der Rundenwechsel ist in der vorderen Mitte – dort werden 2 zusätzliche Maschen eingefügt, die stets links gestrickt werden. Farbwechsel ist zwischen den 2 linken Maschen und man kann die Fadenenden beim Farbwechsel einfach hängen lassen – am Ende werden sie nach vorne gezogen. Das sieht dann so aus wie im 1. Bild.

Zur Fertigstellung fehlt jetzt noch:

  1. Zur Vorbereitung für den Reissverschluss in der vorderen Mitte mit der Nähmaschine vorne hoch steppen: über jede der linken Maschen 2-mal steppen, d.h. insgesamt 4 Steppnähte.
  2. Das gute Teil waschen – dabei verändert sich u.U. noch die Größe etwas.
  3. Deswegen erst nach dem Waschen die Länge des benötigten Reissverschlusses messen und den Reissverschluss entsprechend kaufen (ggf. Reissverschluss auf das benötigte Mass kürzen lassen, falls kein Standardmass passt)
  4. Nun erst die Jacke aufschneiden – mitten zwischen den 2 linken Maschen durch. Es passiert nichts Dramatisches, denn die restlichen Maschen sind ja durch die Steppnähte geschützt.
  5. Die überstehenden langen Fadenenden kürzen.
  6. Die beiden Reissverschlusshälften jeweils rechts auf rechts von Hand annähen – die Naht sollte zwischen der linken Masche und der ersten rechten Masche verlaufen.
  7. Die Reissverschlusshälften nach “hinten” klappen und das Reissverschlussband mit lockerem Heftstich auf der linken Seite der Jacke annähen. Das Reissverschlussband stellt sozusagen die Blende für die aufgeschnittene Kante dar.

Islandjacke - fertig gestellt

Ich habe dann noch die Vorderseite vorsichtig gedämpft, damit der Reissverschluss schön plan im Strickstück liegt: nasses Tuch auf das Strickstück legen und mit dem heissen Bügeleisen mit sehr wenig Druck drüber gehen.

Fertig! Das Einnähen des Reissverschlusses von Hand war zeitraubend, aber mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

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Stricken und Spa-Hopping in Island

November 17th, 2010

… da würde ich gerne teilnehmen – beim “Stitches & Spa Retreat” Anfang Dezember in Island: jeden Tag Strick-Workshop  und jeden Tag ein anderes Spa, manche davon Outdoor – im warmen Wasser in der Eislandschaft ….

Und wie habe ich das gefunden? Im Merian Online war ein Artikel über die Renaissance verschiedener Traditionen in Island: “Kreativ aus der Krise”. Laut Merian sind sowohl die traditionellen Pullover als auch Selberstricken wieder sehr in Mode – der Artikel spricht sogar von “Rockstars der Strickbranche”.

Nun ja, da es aber im Dezember bei mir zeitlich nicht klappt und die Reise auch nicht so ganz billig ist, tröste ich mich mit meinem aktuellen Projekt einer Island-Jacke aus original Lopi-Wolle. Sie ist schon fast fertig, es fehlt nur noch ein kritischer Schritt: das Aufschneiden des guten Teils – so dass aus einem rundgestrickten Pulli eine Reissverschlussjacke werde. Das ist wohl die traditionelle Methode, sowohl für Island- als auch für Norwegerpullover: erst rund stricken mit mehrfarbigen Mustern (ist rund natürlich einfacher, weil man immer die rechte Seite vor sich hat), dann sichern und aufschneiden. Aber kostet schon Überwindung beim ersten Mal ….

Eine Anleitung dafür findet sich z.B. bei islandwolle.de: kostenlose Anleitung für eine Island-Reissverschlussjacke (in Deutsch).

Wer kennt Ravelry noch nicht?

Mai 27th, 2010
Die Login-Seite von Ravelry

Die Login-Seite von Ravelry

Ravelry  ist die wichtigste Online-Strick-Community weltweit – und ich finde es supernützlich.

Viele werden Ravelry schon kennen, aber vielleicht ist ja die eine oder andere (Wieder-) Einsteigerin ins Stricken dabei, die davon noch nicht gehört hat.

Der einzige Nachteil vorweg: Ravelry ist hauptsächlich englischsprachig. Aber selbst wenn die Englischkenntnisse nicht so gut sind, sobald man es mal durch die englische Anmeldung geschafft hat, gibt es sehr viel Bildmaterial – und es gibt dann auch deutschsprachige Diskussionsforen (groups).

Tja, warum finde ich Ravelry so nützlich? Erstens, es ist eine Riesen-Community mit mehreren Hunderttausend (kein Schreibfehler!) Mitgliedern, die fleissig Bilder einstellen – z.B. von Garnen, die sie gekauft haben (yarns stashed), von Projekten, an denen sie arbeiten (projects) und von fertigen Arbeiten (finished objects – FOs). Auch viele namhafte Strickdesignerinnen und -designer sind dort Mitglied. Manche Mitglieder stellen auch Anleitungen (patterns) ein – viele davon sind umsonst und die kostenpflichtigen Anleitungen kann man bequem online kaufen.

Zum zweiten ist Ravelry wirklich genial strukturiert: z.B. kann man beim Einstellen eines Bildes angeben, aus welchem Garn und nach welcher Anleitung (z.B. Strickheft Nr. X, Modell Y) man die Arbeit angefertigt hat. Das macht es möglich, dass Mitglieder sehen können, welche Arbeiten aus einem bestimmten Garn angefertigt wurden – und wie das so herauskam. Oder ob bestimmte Anleitungen Fehler oder Schwächen haben – das wird nämlich gerne in den Kommentaren angemerkt ;-)

Hier sind ein paar Beispiele, wie ich Ravelry gerne benutze:

  • ich habe mir ein neues Garn gekauft, aber bin noch nicht ganz entschlossen, was ich damit machen will und wofür das Garn so geeignet ist. Dann gebe ich den Namen des Garns bei Ravelry in die Suchbox ein, stelle die Suche auf “yarns” (Garne) ein, und es kommen oft hunderte von fertigen Arbeiten (finished objects) hoch, die mit dem Garn angefertigt wurden. Mit Fotos natürlich. So kann ich dann sehen, wofür das Garn gut geeignet ist (und wofür weniger) – und überhaupt, wie zufrieden die Mitglieder mit dem Garn sind
  • ich will mir etwas Bestimmtes stricken und suche noch eine Anleitung. Ich tippe mein Stichwort in die Suchbox (z.B. scarf für Schal), stelle die Suche auf “patterns” (Anleitungen) ein, und oft kommen hunderte Anleitungen zurück – viele davon sind sogar gratis herunterzuladen. Und wenn mir ein Modell gut gefällt, kann ich wiederum schauen, aus welchen Garnen die Mitglieder es angefertigt haben – mit welchen Garnen das Modell gut kommt und mit welchen nicht so. Manche Modelle brauchen z.B. ein superdickes Garn mit Stand und sehen mit einem dünneren oder weicheren Garn ganz anders aus – selbst wenn man korrekt umrechnet. So was sieht man leicht, wenn man sich mal durch ein paar Seiten “finished objects” für das Modell durchgeklickt hat. Da kann einem Ravelry vor schweren Fehlern bewahren.
  • ich habe online ein tolles neues Strickbuch gesehen, bin mir aber nicht sicher, ob es genügend interessante Modelle hat, so dass ich es mir kaufen möchte. Ich gebe den Buchtitel ein und suche nach “books”. Dann kann ich mir alle “finished objects” zeigen lassen, die nach Anleitungen aus dem Buch gearbeitet wurden. Insbesondere bei englischsprachigen Büchern, die schon eine Weile auf dem Markt sind, gibt es in der Regel zu jedem Modell aus dem Buch mehrere (oder viele) “finished objects”, so dass ich danach weiss, was in dem Buch so drin ist, und ob es sich für mich lohnt.

Tja, dann gibt es noch wie erwähnt die vielen Diskussionsforen (groups), einige davon auf Deutsch, z.B. auch eine Gruppe von StrickerInnen aus dem Raum Stuttgart – die heisst “Stuttgarter Stricktreff“.

Noch ein paar praktische Tipps: wer Mitglied werden möchte, muss sich auf der Home Page von Ravelry (www.ravelry.com) registrieren – und es kann ein paar Tage dauern, bis die Registrierung bearbeitet wird. Sobald man die offizielle Einladung hat, kann man dann loslegen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos – Ravelry finanziert sich über Sponsoren (z.B. Strickläden oder Garnfirmen) und über den Verkauf von “Souvenirs” aus dem angeschlossenen Online-Shop.

Wer Übersetzungshilfe für allgemeine englische Begriffe braucht: LEO (dict.leo.org) ist ein sehr gutes Online-Wörterbuch für Englisch-Deutsch (und umgekehrt). Falls sich ein spezieller Strickbegriff auf LEO nicht findet, Strickmasche hat ein schön übersichtliches Strickwörterbuch Englisch-Deutsch.

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Stricken in London – I Knit London

Mai 7th, 2010

I Knit London - ein Strickreservat

Der zweite Strickladen, den ich in London besuchte, war I Knit London in der Nähe der Waterloo Station: nach eigener Beschreibung ein “Club, Laden, und Reservat für Strickerinnen und Stricker”. Die Öffnungszeiten hatten mich schon im Vorfeld begeistert – zum Beispiel ist Dienstag bis Donnerstag der Tag lang: von 11 bis 21 Uhr. Als ich dann an einem späten Mittwochnachmittag ankam, sah ich im Schaufenster nicht nur bunte Garne, sondern auch das Schild mit Auszügen aus der Getränkekarte – und der Ankündigung, dass sich jeden Mittwoch und Donnerstag abend die Strickgruppe trifft. Deswegen also die langen Öffnungszeiten!

Noch waren nur 3 Frauen versammelt und ich konnte in Ruhe stöbern: auch hier viele ungewöhnliche Garne, teilweise aus Großbritannien, z.B. ein Tweed-Garn aus Schottland oder Bio-Wolle von seltenen britischen Schafsorten. Und verschiedene Lace-Garne, auch wieder aus sehr hochwertigen Materialien: Merino, Mohair, Seide, Lambswool …. Ich habe zwar selbst nicht die Geduld, mit diesen extrem dünnen Garnen komplizierte Spitzenschals zu stricken, aber ich finde Lace-Garne toll, um sie mehrfädig zu verstricken oder als “Beilaufgarn” zu anderen Garnen zu verwenden, um so besondere Melange-Effekte zu erzielen. Und zur besseren Inspiration noch Unmengen an Strickzeitschriften, Anleitungsheften der Hersteller und Bücher ohne Ende – mehrere Meter Bücherregal. Ich war überwältigt …..

Während ich mich durch das Bücherregal arbeitete, wuchs die Strickgruppe langsam, bis es mehr als 10 Personen waren: eine sehr gemischte Gruppe, jüngere und ältere Frauen und sogar ein Mann, die sich auf Klappstühle und ein kleines Sofa verteilten, laut miteinander schwätzten und natürlich alle strickten. Auch die Strickprojekte waren sehr verschieden, von handwerklich sehr anspruchsvollen Stolas mit komplizierten Mustern aus handgefärbten Garnen – bis zu hippen Accesssoires aus extradicken Garnen.

Die zwei Strickläden in London, die so verschieden sind, und die große Vielfalt der Menschen und der Projekte in der Strickgruppe haben mir wieder sehr deutlich gemacht, wie vielfältig Stricken ist!

Stricken in London – loop yarn shop

April 26th, 2010

Loop London - ein Paradies für edle Garne

Loop London - ein Paradies für edle Garne

Ich war diese Wochen beruflich in London und hatte einen Tag zum Sightseeing drangehängt. Und die Sights, die ich sehen wollte, waren natürlich Strickläden: durch das Rowan-Magazin und durchs Internet hatte ich den Eindruck gewonnen, dass Stricken im angelsächsischen Raum als Handwerk deutlich mehr geachtet ist als hier in Deutschland. Und ausserdem mag ich sehr gerne Garne aus edlen Naturfasern (Alpaka, Seide, Mohair, Merino, seltene Schafrassen, ….), und wenn’s geht ohne starke Ausrüstung (d.h. ohne Superwash und so). In vielen deutschen Strickläden gibt es solche Garne kaum, aber britische und amerikanische Online-Shops haben oft eine große Auswahl davon – und das wollte ich mal live erleben.

Ich hatte vorab im Internet recherchiert und der erste Laden, den ich besuchte, war der loop yarn shop im Stadtteil Islington. Und ich wurde nicht enttäuscht, es ist ein echtes Paradies für edle Garne und tolle Strickbücher und -hefte, und natürlich Zubehör: handgefärbte Schurwoll-Garne (ohne Superwash), Mohairgarne aus Australien und aus Japan, Alpaka-Seide-Mischungen, Seide pur, extradickes Kaschmir pur, …. Es hat so Spass gemacht, die Garne in den wildesten Farben anzusehen (und anzufassen). Und ich habe auch eine neue Strickdesignerin entdeckt, die ich ganz toll finde:  Norah Gaughan, die Chefdesignerin von Berroco Yarns.

Wenn es mich wieder mal nach London verschlägt, dann gehe ich sicher wieder dorthin zum “Sightseeing.” ;-)

Wool and the Gang bei Net-a-porter.com

April 24th, 2010

In der Printausgabe der “Sueddeutschen Zeitung” ist heute ein Interview mit Natalie Massenet, der Gründerin von Net-a-porter.com. Net-a-porter verkauft Luxusmode über das Internet. Durch das Interview war ich neugierig geworden, ob die Web Seite z.B. auch zur modischen Inspiration taugt, und überhaupt, was es da so gibt und was es kostet. OK, es ist teuer, wirkliche Luxusmode. Viele, viele Marken und ein tolles Shopping-Erlebnis: beispielsweise kann man jeden Artikel für sich alleine in Nahaufnahme sehen – und als Teil eines kompletten Outfits. Von daher finde ich die Webseite tatsächlich als Inspiration fürs eigene Styling sehr nützlich.

Die größte Überraschung für mich war jedoch, dass ich beim Stöbern in der Abteilung Accessoires auf “Wool and the Gang” gestoßen bin. Zuerst eine Mütze und ich dachte – diese Marke kennst Du doch irgendwie. Und dann kam der Hammer: toll aufgemachte Komplettpackungen zum Selberstricken von Accessoires, z.B. Schals oder Stulpensets, hauptsächlich aus einem sehr voluminösen Schurwollgarn. Natürlich auch nicht ganz billig – das Set für den Riesenschal kostet z.B. 129 €. In diesem Fall kann man mit Selberstricken aber doch Geld sparen, denn die Schals gibt es auch fertig zu kaufen, für 249 €. Wäre sicher auch eine schöne Geschenkidee, z.B. für Wieder-Einsteiger ins Stricken: mit dicken Nadeln schnell ein Luxusaccessoire stricken. Aber das tollste war für mich, dass Strickpackungen in so einem Umfeld präsentiert werden – Stricken ist eindeutig in!

Easy Care – ganz entspannt nach dem Waschen

April 11th, 2010
EasyCare Pullover - vor dem Waschen

Vor dem Waschen - ziemlich eng

EasyCare Pullover - nach dem Waschen

Nach dem Waschen - passt!

Der türkisfarbene Pulli für meinen Freund wurde zu Ostern fertig – und das EasyCare-Garn (so ähnlich wie Superwash) hat sich zum Glück beim Waschen “entspannt”, sprich, der Pulli ist größer geworden. Genauer: er ist so groß geworden wie geplant und passt perfekt. Welche Freude!

Überhaupt ist der Pulli beim Waschen viel schöner geworden: er wirkt glatter und gleichmäßiger als vorher und das Strukturmuster zieht sich weniger zusammen. Auch der Griff hat sich völlig verändert  - das Garn ist richtiggehend aufgeblüht und fühlt sich weicher und voluminöser an.

Diese Eigenwilligkeit des Materials und die Spannung ganz am Ende des Prozesses – das macht für mich Stricken immer wieder zu einer Herausforderung.

Das Design des Pullis basiert übrigens auf einem Modell aus dem Herrenheft vom Herbst 2009 von Lana Grossa – allerdings komplett umgerechnet, ohne Nähte gearbeitet, und mit einer anderen Kragenlösung. Das Garn ist von Colinette (UK): Qualität Cadenza in Farbe “Elephant’s Daydream”.

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Noch mal Maschenprobe – immer wieder spannend

März 29th, 2010

Maschenprobe mit Herz

Zur Zeit stricke ich an einem Pulli für meinen Freund. Und da bin ich jetzt ganz nervös, ob der fertige Pulli denn passen wird – denn das Strickstück, das ich zur Zeit in der Hand halte würde ihm auf jeden Fall zu klein sein.

Aber ich habe ja eine Maschenprobe vorher gemacht und sie auch gewaschen. Und im Gegensatz zu flauschigen Garnen, bei denen mir die Maschenprobe schon in der Handwäsche eingeschrumpft ist, habe ich hier eine Schurwolle mit “Easy Care”-Ausrüstung (so was wie Superwash). Bei Superwash-Garnen kommt es wohl häufiger vor, dass sie sich beim Waschen sozusagen “entspannen” und das Stück wird deutlich größer – das habe ich in letzter Zeit auch in verschiedenen Büchern gelesen

Und ich erinnere mich auch an eigene Erfahrungen: vor langer Zeit hatte ich mir einmal einen einen Allover-Zopfpullover aus einem Superwash-Garn gestrickt. Die Maschenprobe hatte ich wohl nicht gewaschen – damals war ich noch jung und naiv ….. Nach der ersten Wäsche hatte ich ein labberiges Minikleid. Ich konnte mir das damals überhaupt nicht erklären und war total frustriert.

Inzwischen weiss ich ja, dass man die Maschenprobe auch waschen muss – und danach am besten auch das Tragen simuliert, z.B. indem man sie eine Weile im Hosenbund mit sich trägt. Letzteren Trick habe ich aus dem Tichiro-Blog: Ein sehr schönes deutschsprachiges Strickblog – mit guten handwerklichen Tipps und einem Shop für “Strickdelikatessen”, darunter z.B. japanische Strickzeitschriften.

Tichiro hat eine sehr hilfreiche Broschüre geschrieben: “Von der Kunst, einen passenden Pullover zu stricken” . Ab Seite 5 finden sich die guten Tips zur Maschenprobe.

Tichiro empfiehlt übrigens, diejenige Nadelstärke zu wählen, bei der man ein zum Garn passendes Strickergebnis erhält. Auch beim Nachstricken von Anleitungen soll man gar nicht versuchen, die angegebene Maschenprobe zu erreichen – lieber die Anleitung für die eigene Maschenprobe und die eigenen Körpermaße umrechnen. Ganz meine Ansicht! Das habe ich schon immer so gemacht: schon alleine, weil mir Standardgrößen nicht passen, musste ich sowieso immer  umrechnen. Wenn man das erst mal kann – und mit Tichiro’s Broschüre kann man es lernen – dann hat man auch viel mehr Freiheit, z.B. bei der Auswahl des Garns.

Nur auf seine Maschenprobe sollte man sich verlassen können – es bleibt spannend mit meinem aktuellen Projekt!

PS: Die Maschenprobe hatte ich nach dem Zählen mit dem Herzchen bestickt (siehe Foto) und meinem Freund als “Vorgeschmack” auf den Pulli geschenkt. Der Pulli wird hoffentlich zu Ostern fertig.

Maschenprobe nur im Wollwaschgang?

März 20th, 2010

Jacke - Vorderteil mit Rüschenblende

Bei meinen Strickprojekten passiert es mir immer wieder, dass das fertige Stück überhaupt nicht passt, und oft bis zu 2 Kleidergrößen zu groß oder zu klein ist.

Diesen Winter hatte ich wieder einen Fall von viel zu groß: eine graue Mohairjacke, die eigentlich auf Figur gearbeitet sein sollte. Leider geriet sie zu lang und zu breit, und sah einfach scheußlich schlabberig aus.

Ich konnte es mir nicht erklären: ich hatte eine Maschenprobe gestrickt und gewaschen – und die fertige Jacke auch. Und glatt rechts “leiert” ja auch nicht so unvorhersehbar.

Seltsam war, dass das Maschenbild bei der fertigen Jacke viel lockerer aussah als bei der Maschenprobe, die ein kleines bisschen verfilzt aussah. Ich zählte nach, und tatsächlich hatte die fertige Jacke weniger Maschen und Reihen auf 10 cm als die Maschenprobe. Und das, obwohl die fertige Jacke aus einem empfindlichen Schurwolle-Mohairgemisch in der Waschmaschine gewaschen war. Die Maschenprobe hatte ich allerdings wie immer mal eben mit der Hand gewaschen.

Ich konnte es mir zuerst gar nicht vorstellen, aber diese Erfahrung habe ich mehrmals gemacht und ganz offensichtlich ist es wirklich so: der Wollwaschgang meiner Waschmaschine ist bei delikaten Garnen, die zum Verfilzen neigen, sanfter als (meine) Handwäsche.

In der aktuellen “stricktrends” (Frühling 2010) fand ich dann meine Vermutung bestätigt. Bei den Pflegetipps für Kaschmirwolle stand: “Maschinenwäsche nur mit modernsten Wollprogrammen – die sind dann allerdings besser als jede Handwäsche.”

Seit dieser Erfahrung habe ich der Waschmaschine schon mehrere andere Stücke aus sehr empfindlichen Garnen anvertraut – das Ergebnis war stets super: überhaupt kein Filzen und dank Wollschleudergang trocknen die Teile auch viel schneller als bei Handwäsche. Seitdem ist für mich klar: mein Selbstgestricktes kommt prinzipiell in die Waschmaschine.

Bloss: Wie wasche ich jetzt in Zukunft die Maschenproben? Ich verwende gerne Garne, die leicht verfilzen.  Aber wegen einer Maschenprobe den Wollwaschgang laufen lassen? Oder warten, bis zur nächsten Wollwäsche? Nicht wirklich.

Vielleicht kann ich ja meine Handwaschtechnik verbessern ….

Die Jacke habe ich dann übrigens mit der Hand gewaschen. Jetzt ist sie auch ein bisschen angefilzt – aber sie passt wie berechnet!

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