Archive for Mai, 2010

Daumen hoch (2) – die schoensten kostenlosen Handschuh-Strickanleitungen

Mai 30th, 2010

Ok, Ok – wie ich gehört habe, finden nicht alle die Idee im Mai Handschuhe zu stricken so verlockend. Aber vielleicht können Sie diese kostenlosen Strickanleitungen doch ein wenig überzeugen?

Diese kostenlosen Anleitungen sind in Englisch.

Eher rustikale Modelle zum Warmhalten

  • Warm und rustikal – durch die dicke Wolle kommt das  Strukturmuster sehr schön zur Geltung.
  • Auch wenn das Garn eher dick ist, wirken diese Handschuhe durch das genau auf die Form abgestimmte Muster sehr edel. “Chevalier“.
  • Für alle Kinder schnell die passenden Handschuhe.
  • Wunderschöne Streifenhandschuhe in zarten winterlichen Farben.
  • mein Favorit: die extra Wollfaserfütterung – da hat Kälte wirklich keine Chance mehr!

Zeitlos und fein:

Muster über Muster

  • Girlanden tanzen hier über den Handrücken – feine Wolle und Geduld sind bei diesem Modell gefragt.
  • ein  ganz klein wenig Folklore und ein feines geometrisches Muster.
  • in herbstlichen Farben ganz besonders schön. Bei “Icewine” breiten sich Weinblätter und Trauben aus.
  • Sehr stilisiert, aber doch noch erkennbar, der Glücksklee auf den “Heather’s mittens” (hier als PDF).
  • Trotzs der Rosen am Handgelenk alles andere als altmodisch oder bieder ” Tiffany
  • Selten sind die Muster von Handrücken und Handinnenseite so raffiniert aufeinander abgestimmt wie bei diesem feinen Blümchenmodell.
  • Der besondere Effekt entsteht hier durch das Schwarz als Grundfarbe und die leuchtenden Akzente der Streublümchen. ( Bild, Teil 1, Teil 2)

Ein ganz besonders außergewöhnliches Modell ist nicht mehr frei im Netz zu finden – aber bei ravelery.com können sie die bezaubernden Seepferdchen noch finden. Sie wissen ja jetzt, wie’s geht.

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Wer kennt Ravelry noch nicht?

Mai 27th, 2010
Die Login-Seite von Ravelry

Die Login-Seite von Ravelry

Ravelry  ist die wichtigste Online-Strick-Community weltweit – und ich finde es supernützlich.

Viele werden Ravelry schon kennen, aber vielleicht ist ja die eine oder andere (Wieder-) Einsteigerin ins Stricken dabei, die davon noch nicht gehört hat.

Der einzige Nachteil vorweg: Ravelry ist hauptsächlich englischsprachig. Aber selbst wenn die Englischkenntnisse nicht so gut sind, sobald man es mal durch die englische Anmeldung geschafft hat, gibt es sehr viel Bildmaterial – und es gibt dann auch deutschsprachige Diskussionsforen (groups).

Tja, warum finde ich Ravelry so nützlich? Erstens, es ist eine Riesen-Community mit mehreren Hunderttausend (kein Schreibfehler!) Mitgliedern, die fleissig Bilder einstellen – z.B. von Garnen, die sie gekauft haben (yarns stashed), von Projekten, an denen sie arbeiten (projects) und von fertigen Arbeiten (finished objects – FOs). Auch viele namhafte Strickdesignerinnen und -designer sind dort Mitglied. Manche Mitglieder stellen auch Anleitungen (patterns) ein – viele davon sind umsonst und die kostenpflichtigen Anleitungen kann man bequem online kaufen.

Zum zweiten ist Ravelry wirklich genial strukturiert: z.B. kann man beim Einstellen eines Bildes angeben, aus welchem Garn und nach welcher Anleitung (z.B. Strickheft Nr. X, Modell Y) man die Arbeit angefertigt hat. Das macht es möglich, dass Mitglieder sehen können, welche Arbeiten aus einem bestimmten Garn angefertigt wurden – und wie das so herauskam. Oder ob bestimmte Anleitungen Fehler oder Schwächen haben – das wird nämlich gerne in den Kommentaren angemerkt ;-)

Hier sind ein paar Beispiele, wie ich Ravelry gerne benutze:

  • ich habe mir ein neues Garn gekauft, aber bin noch nicht ganz entschlossen, was ich damit machen will und wofür das Garn so geeignet ist. Dann gebe ich den Namen des Garns bei Ravelry in die Suchbox ein, stelle die Suche auf “yarns” (Garne) ein, und es kommen oft hunderte von fertigen Arbeiten (finished objects) hoch, die mit dem Garn angefertigt wurden. Mit Fotos natürlich. So kann ich dann sehen, wofür das Garn gut geeignet ist (und wofür weniger) – und überhaupt, wie zufrieden die Mitglieder mit dem Garn sind
  • ich will mir etwas Bestimmtes stricken und suche noch eine Anleitung. Ich tippe mein Stichwort in die Suchbox (z.B. scarf für Schal), stelle die Suche auf “patterns” (Anleitungen) ein, und oft kommen hunderte Anleitungen zurück – viele davon sind sogar gratis herunterzuladen. Und wenn mir ein Modell gut gefällt, kann ich wiederum schauen, aus welchen Garnen die Mitglieder es angefertigt haben – mit welchen Garnen das Modell gut kommt und mit welchen nicht so. Manche Modelle brauchen z.B. ein superdickes Garn mit Stand und sehen mit einem dünneren oder weicheren Garn ganz anders aus – selbst wenn man korrekt umrechnet. So was sieht man leicht, wenn man sich mal durch ein paar Seiten “finished objects” für das Modell durchgeklickt hat. Da kann einem Ravelry vor schweren Fehlern bewahren.
  • ich habe online ein tolles neues Strickbuch gesehen, bin mir aber nicht sicher, ob es genügend interessante Modelle hat, so dass ich es mir kaufen möchte. Ich gebe den Buchtitel ein und suche nach “books”. Dann kann ich mir alle “finished objects” zeigen lassen, die nach Anleitungen aus dem Buch gearbeitet wurden. Insbesondere bei englischsprachigen Büchern, die schon eine Weile auf dem Markt sind, gibt es in der Regel zu jedem Modell aus dem Buch mehrere (oder viele) “finished objects”, so dass ich danach weiss, was in dem Buch so drin ist, und ob es sich für mich lohnt.

Tja, dann gibt es noch wie erwähnt die vielen Diskussionsforen (groups), einige davon auf Deutsch, z.B. auch eine Gruppe von StrickerInnen aus dem Raum Stuttgart – die heisst “Stuttgarter Stricktreff“.

Noch ein paar praktische Tipps: wer Mitglied werden möchte, muss sich auf der Home Page von Ravelry (www.ravelry.com) registrieren – und es kann ein paar Tage dauern, bis die Registrierung bearbeitet wird. Sobald man die offizielle Einladung hat, kann man dann loslegen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos – Ravelry finanziert sich über Sponsoren (z.B. Strickläden oder Garnfirmen) und über den Verkauf von “Souvenirs” aus dem angeschlossenen Online-Shop.

Wer Übersetzungshilfe für allgemeine englische Begriffe braucht: LEO (dict.leo.org) ist ein sehr gutes Online-Wörterbuch für Englisch-Deutsch (und umgekehrt). Falls sich ein spezieller Strickbegriff auf LEO nicht findet, Strickmasche hat ein schön übersichtliches Strickwörterbuch Englisch-Deutsch.

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Daumen hoch – Handschuhe stricken

Mai 16th, 2010

Für den Monat Mai macht Elizabeth Zimmermann in ihrem Strick-Jahrbuch  (Knitter’s Almanac) einen ganz ungewöhnlichen Vorschlag:

Es sei die richtige Zeit, Handschuhe zu stricken. Als kleine Strickprojekte könne man sie leicht nach draußen mitnehmen. Aber das wichtigste sei, Handschuhe mit aller Konzentration zu stricken:

“It’s better not to make mittens in a hurry”

Und wenn man die Bilder von den kunstvoll gestrickten Handschuhen sieht – erklärt sich der Hinweis von Elizabeth Zimmermann von selbst.

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Bilderquellen: 1. Red Star Mittens, 2. Warm Glittens,
3. Wintergreen Mittens, 4. Black and White Mittens

Doch von den Mustern und raffinierten Details abgesehen, ist das Stricken von Handschuhen (zumindest von Fäustlingen) viel einfacher als z.B. das Sockenstricken. Das einzige worum man sich Gedanken machen muss, ist der Daumen. Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Man kann einfach auf der Handfläche des Handschuhs ein “Loch” für den Daumen lassen. Dafür legt man in der Höhe des ersten Daumenknöchels ein paar Maschen still und schlägt sie in der nächste Runde wieder an. Rund um das so entstandene Loch werden die Maschen für den Daumen aufgenommen und hochgestrickt. ( Elizabeth Zimmermann hat für das Stilllegen der Maschen eine besonders einfache Methode entwickelt – die unter dem Namen “afterthougt thumb” z.B. bei diesen schönen Musterhandschuhen angewandt wird. )

Diese Art von Daumen sieht man häufig bei Handschuhen mit vielen Mustern – der Vorteil liegt darin, dass alle Muster einfach weitergestrickt werden können.

2) Man strickt einen extra Daumenbereich, in dem man ab dem Handgelenk, an der Daumenseite keilförmig Maschen zunimmt bis zum Daumenknöchel. Dort werden die zugenommenen Maschen stillgelegt und der Handschuh (ungefähr) wieder in seiner alten Maschenzahl weiter hochgestrickt. Handschuhe mit angestricktem Daumenkeil sind der Anatomie der Hand besser angepasst und daher sitzen die Handschuhe besser und bequemer.

Diese Art des Daumens wird vor allem bei Fingerhandschuhen (ein schönes Beispiel sind die  Knotty Gloves)  oder einfarbigen Handschuhen verwendet.

Stricken in London – I Knit London

Mai 7th, 2010

I Knit London - ein Strickreservat

Der zweite Strickladen, den ich in London besuchte, war I Knit London in der Nähe der Waterloo Station: nach eigener Beschreibung ein “Club, Laden, und Reservat für Strickerinnen und Stricker”. Die Öffnungszeiten hatten mich schon im Vorfeld begeistert – zum Beispiel ist Dienstag bis Donnerstag der Tag lang: von 11 bis 21 Uhr. Als ich dann an einem späten Mittwochnachmittag ankam, sah ich im Schaufenster nicht nur bunte Garne, sondern auch das Schild mit Auszügen aus der Getränkekarte – und der Ankündigung, dass sich jeden Mittwoch und Donnerstag abend die Strickgruppe trifft. Deswegen also die langen Öffnungszeiten!

Noch waren nur 3 Frauen versammelt und ich konnte in Ruhe stöbern: auch hier viele ungewöhnliche Garne, teilweise aus Großbritannien, z.B. ein Tweed-Garn aus Schottland oder Bio-Wolle von seltenen britischen Schafsorten. Und verschiedene Lace-Garne, auch wieder aus sehr hochwertigen Materialien: Merino, Mohair, Seide, Lambswool …. Ich habe zwar selbst nicht die Geduld, mit diesen extrem dünnen Garnen komplizierte Spitzenschals zu stricken, aber ich finde Lace-Garne toll, um sie mehrfädig zu verstricken oder als “Beilaufgarn” zu anderen Garnen zu verwenden, um so besondere Melange-Effekte zu erzielen. Und zur besseren Inspiration noch Unmengen an Strickzeitschriften, Anleitungsheften der Hersteller und Bücher ohne Ende – mehrere Meter Bücherregal. Ich war überwältigt …..

Während ich mich durch das Bücherregal arbeitete, wuchs die Strickgruppe langsam, bis es mehr als 10 Personen waren: eine sehr gemischte Gruppe, jüngere und ältere Frauen und sogar ein Mann, die sich auf Klappstühle und ein kleines Sofa verteilten, laut miteinander schwätzten und natürlich alle strickten. Auch die Strickprojekte waren sehr verschieden, von handwerklich sehr anspruchsvollen Stolas mit komplizierten Mustern aus handgefärbten Garnen – bis zu hippen Accesssoires aus extradicken Garnen.

Die zwei Strickläden in London, die so verschieden sind, und die große Vielfalt der Menschen und der Projekte in der Strickgruppe haben mir wieder sehr deutlich gemacht, wie vielfältig Stricken ist!