Islandjacke ist fertig – aufschneiden war gar nicht so schlimm ….

März 6th, 2011
Islandjacke - vor dem Waschen und Aufschneiden

Islandjacke - vor dem Waschen und Aufschneiden

Sie ist ja schon im letzten Jahr fertig geworden, meine Islandjacke – und ich hatte reichlich Gelegenheit, sie zu tragen, sie ist nämlich erstaunlich warm: mit einem dünnen, langärmeligen Wolloberteil darunter und mit Mütze, Handschuhen und Schal war die Jacke warm genug für Spaziergänge im Schnee und Besuche auf dem Weihnachtsmarkt. Und dafür ist sie ideal, denn sie bietet volle Bewegungsfreiheit.

Ich bin absolut glücklich über diesen Erfolg! Sie ist zwar etwas größer geraten als geplant, aber noch akzeptabel gross (und immer noch besser als zu klein) …..

Sehr spannend war die Fertigstellung: laut Anleitung von Lopi (über den Wollhändler von Lopi-Wolle, z.B. www.islandwolle.de) wird auch eine Jacke rundgestrickt. Der Rundenwechsel ist in der vorderen Mitte – dort werden 2 zusätzliche Maschen eingefügt, die stets links gestrickt werden. Farbwechsel ist zwischen den 2 linken Maschen und man kann die Fadenenden beim Farbwechsel einfach hängen lassen – am Ende werden sie nach vorne gezogen. Das sieht dann so aus wie im 1. Bild.

Zur Fertigstellung fehlt jetzt noch:

  1. Zur Vorbereitung für den Reissverschluss in der vorderen Mitte mit der Nähmaschine vorne hoch steppen: über jede der linken Maschen 2-mal steppen, d.h. insgesamt 4 Steppnähte.
  2. Das gute Teil waschen – dabei verändert sich u.U. noch die Größe etwas.
  3. Deswegen erst nach dem Waschen die Länge des benötigten Reissverschlusses messen und den Reissverschluss entsprechend kaufen (ggf. Reissverschluss auf das benötigte Mass kürzen lassen, falls kein Standardmass passt)
  4. Nun erst die Jacke aufschneiden – mitten zwischen den 2 linken Maschen durch. Es passiert nichts Dramatisches, denn die restlichen Maschen sind ja durch die Steppnähte geschützt.
  5. Die überstehenden langen Fadenenden kürzen.
  6. Die beiden Reissverschlusshälften jeweils rechts auf rechts von Hand annähen – die Naht sollte zwischen der linken Masche und der ersten rechten Masche verlaufen.
  7. Die Reissverschlusshälften nach “hinten” klappen und das Reissverschlussband mit lockerem Heftstich auf der linken Seite der Jacke annähen. Das Reissverschlussband stellt sozusagen die Blende für die aufgeschnittene Kante dar.

Islandjacke - fertig gestellt

Ich habe dann noch die Vorderseite vorsichtig gedämpft, damit der Reissverschluss schön plan im Strickstück liegt: nasses Tuch auf das Strickstück legen und mit dem heissen Bügeleisen mit sehr wenig Druck drüber gehen.

Fertig! Das Einnähen des Reissverschlusses von Hand war zeitraubend, aber mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

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Stricken und Spa-Hopping in Island

November 17th, 2010

… da würde ich gerne teilnehmen – beim “Stitches & Spa Retreat” Anfang Dezember in Island: jeden Tag Strick-Workshop  und jeden Tag ein anderes Spa, manche davon Outdoor – im warmen Wasser in der Eislandschaft ….

Und wie habe ich das gefunden? Im Merian Online war ein Artikel über die Renaissance verschiedener Traditionen in Island: “Kreativ aus der Krise”. Laut Merian sind sowohl die traditionellen Pullover als auch Selberstricken wieder sehr in Mode – der Artikel spricht sogar von “Rockstars der Strickbranche”.

Nun ja, da es aber im Dezember bei mir zeitlich nicht klappt und die Reise auch nicht so ganz billig ist, tröste ich mich mit meinem aktuellen Projekt einer Island-Jacke aus original Lopi-Wolle. Sie ist schon fast fertig, es fehlt nur noch ein kritischer Schritt: das Aufschneiden des guten Teils – so dass aus einem rundgestrickten Pulli eine Reissverschlussjacke werde. Das ist wohl die traditionelle Methode, sowohl für Island- als auch für Norwegerpullover: erst rund stricken mit mehrfarbigen Mustern (ist rund natürlich einfacher, weil man immer die rechte Seite vor sich hat), dann sichern und aufschneiden. Aber kostet schon Überwindung beim ersten Mal ….

Eine Anleitung dafür findet sich z.B. bei islandwolle.de: kostenlose Anleitung für eine Island-Reissverschlussjacke (in Deutsch).

Herbst-Knitty ist da!

Juli 9th, 2010

Die Herbstausgabe 2010 der Knitty ist jetzt online

Hier hat es weit über 30° C  und das ist wahrscheinlich nur der Anfang der Hitzewelle. Da erscheint mir das herbstliche Erscheinungsbild der neuen knitty wie eine Nachricht von einem fernen Land.

Deswegen habe ich nur einen kurzen Blick reingeworfen und muss sagen, dass einige Projekte schon das gewisse knitty-Etwas haben: eine Originalität, die auf den ersten Blick eher gewagt als tragbar aussieht. Doch auf den zweiten Blick kann man erkennen, dass die meisten Modelle handwerklich sehr solide und mit technischer Raffinesse entworfen sind. Diese Kombination finde ich sehr reizvoll und zeigt sich z.B. am  Modell Trout River , einem Pullover/Pullunder mit abknöpfbaren Ärmeln und der schönen Silhouette. Sehr effektvoll (auch durch das schöne Garn und die Farbkombinationen) sind die Eda wristwarmers.

Gerade wollte ich noch etwas zu den anderen Inhalten der Knitty schreiben, denn gibt es oft interessante Artikel – aber die Website hat sich gerade verabschiedet. Gut es ist ja noch Zeit bis zum Herbst. Hoffentlich.

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Strickterrasse – eine traumhafte Vorstellung

Juli 5th, 2010

Als ich diese Bilder (Fotostrecke) über das Stricken an der Spree gesehen habe, musste ich echt seufzen.

So schönes Wetter und weit und breit kein Stricken am Neckar in Sicht.

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Stricken aktuell – eine kleine Presseschau

Juni 22nd, 2010

Der Weltstricktag hat in diesem Jahr ziemlich eingeschlagen.. Es hat den Anschein, dass der damit verbundene gute Zweck  die Tür zu den Medien öffnet. In erster Linie haben die regionalen Zeitschriften über die Aktionen um die Neugborenendecken in ihrer Umgebung berichtet.

Doch wie wird das Thema – abgesehen vom Weltstricktag – in der überregionalen Presse aufgegriffen? Gar nicht mal so selten und ziemlich unterschiedlich  – wie eine kleine Recherche über den Zeitraum der letzten Monate zeigt:

In der Sonne sitzen und stricken

Über die Krise in Island berichtet der Spiegel und stellt “Prjona Jona” (“Strickende Jona”)  vor, eine junge Isländerin, die mit dem Stricken eine große Karriere gemacht hat: Zunächst hat sie Babykleidung gestrickt und verkauft, dann ein erfolgreiches Strickbuch geschrieben. Die Frau, die in Island beinahe so bekannt sein soll wie Björk, sieht in der Wirtschaftskrise die Möglichkeit zur Rückkehr zum einfachen Leben:

“In den fetten Jahren hatten sich die Isländer daran gewöhnt, über ihre Verhältnisse zu leben. Jetzt entdecken sie die Freuden der einfachen Dinge. Daheim bleiben und kochen. Oder in der Sonne sitzen und stricken.”

Frühkindliche Prägung

Ich stricke also bin ich” titelt Die Welt und meint damit Rosemarie Trockel, deren Werke gerade in einer Retrospektive in der Kunsthalle Zürich gezeigt werden. Der Autor versucht sich in einer psychologisch-soziologischen Interpretation des Strickens:

Wahrscheinlich sind die frühkindlichen Bilder strickender Mütter, Großmütter und Tanten so stark, dass sie seit der Erfindung der Familie im späten 18. Jahrhundert keine Töchtergeneration mehr aus den umlockten Köpfen gebracht hat.

Selbstverständlich stricken echte KünstlerInnen – nach Meinung des Autors – nicht selbst . Das bleibt für ihn unvorstellbar. Für Rosemarie Trockel geht es dennoch zusammen -  stricken und denken.

Gegen Unsichtbarkeit: Telefonzellen mit Mützen

Ein sehr interessantes Strick-Guerilla-Projekt stellt Der Freitag vor: In München haben die beiden Künstler Stefanie Müller und Klaus Dietl zusammen mit jungen Migrantinnen aus dem Projekt “Fadenlauf” zwei Telefonzellen vor dem Bahnhof bestrickt.

Durch die kreative Auseinandersetzung mit Stoff, Auftritten auf Modeschauen oder künstlerische Aktionen wie das Einstricken der Telefonzellen in der Öffentlichkeit werden die Jugendlichen selbstsicherer. „Du bist dann nicht mehr so unsichtbar“

Das bunte Kleid wurde der Telefonzelle wieder abgenommen und ist in den Ausstellungsräumen von Munich Central zu sehen.

Glückliches Reisestrickzeug

Die Zeit beschreibt die “Neueste Masche” vor allem in praktischer Hinsicht. Die Autorin macht aus ihrer Leidenschaft beim Reisen zu stricken keinen Hehl (“Ohne Strickzeug entferne ich mich nicht weiter als 20 Kilometer von meiner Wohnung”), verweist auf die seit dem 11. September erschwerten Bedingungen bei Flugzeugreisen (drei beschlagnahmte Rundstricknadeln am Flughafen von Ciudad Juárez), versucht die Leser von extremeren Strickformen zu überzeugen (Yarn Bombing für Sehenswürdigkeiten) und hat sehr patente Tipps für’s Reisestrickzeug (keine teuren Holznadeln im Flugzeug) Glaubhaftes Fazit:

Wozu überhaupt stricken? Der Selbstversuch beweist: Stricken macht glücklich.

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Gestrickte Postkarten

Juni 6th, 2010

Eine sehr nette Idee! Nguyen Le von dem etsy-shop knitknit zeigt, wie einfach man eine Postkarte stricken kann.

Daumen hoch (2) – die schoensten kostenlosen Handschuh-Strickanleitungen

Mai 30th, 2010

Ok, Ok – wie ich gehört habe, finden nicht alle die Idee im Mai Handschuhe zu stricken so verlockend. Aber vielleicht können Sie diese kostenlosen Strickanleitungen doch ein wenig überzeugen?

Diese kostenlosen Anleitungen sind in Englisch.

Eher rustikale Modelle zum Warmhalten

  • Warm und rustikal – durch die dicke Wolle kommt das  Strukturmuster sehr schön zur Geltung.
  • Auch wenn das Garn eher dick ist, wirken diese Handschuhe durch das genau auf die Form abgestimmte Muster sehr edel. “Chevalier“.
  • Für alle Kinder schnell die passenden Handschuhe.
  • Wunderschöne Streifenhandschuhe in zarten winterlichen Farben.
  • mein Favorit: die extra Wollfaserfütterung – da hat Kälte wirklich keine Chance mehr!

Zeitlos und fein:

Muster über Muster

  • Girlanden tanzen hier über den Handrücken – feine Wolle und Geduld sind bei diesem Modell gefragt.
  • ein  ganz klein wenig Folklore und ein feines geometrisches Muster.
  • in herbstlichen Farben ganz besonders schön. Bei “Icewine” breiten sich Weinblätter und Trauben aus.
  • Sehr stilisiert, aber doch noch erkennbar, der Glücksklee auf den “Heather’s mittens” (hier als PDF).
  • Trotzs der Rosen am Handgelenk alles andere als altmodisch oder bieder ” Tiffany
  • Selten sind die Muster von Handrücken und Handinnenseite so raffiniert aufeinander abgestimmt wie bei diesem feinen Blümchenmodell.
  • Der besondere Effekt entsteht hier durch das Schwarz als Grundfarbe und die leuchtenden Akzente der Streublümchen. ( Bild, Teil 1, Teil 2)

Ein ganz besonders außergewöhnliches Modell ist nicht mehr frei im Netz zu finden – aber bei ravelery.com können sie die bezaubernden Seepferdchen noch finden. Sie wissen ja jetzt, wie’s geht.

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Wer kennt Ravelry noch nicht?

Mai 27th, 2010
Die Login-Seite von Ravelry

Die Login-Seite von Ravelry

Ravelry  ist die wichtigste Online-Strick-Community weltweit – und ich finde es supernützlich.

Viele werden Ravelry schon kennen, aber vielleicht ist ja die eine oder andere (Wieder-) Einsteigerin ins Stricken dabei, die davon noch nicht gehört hat.

Der einzige Nachteil vorweg: Ravelry ist hauptsächlich englischsprachig. Aber selbst wenn die Englischkenntnisse nicht so gut sind, sobald man es mal durch die englische Anmeldung geschafft hat, gibt es sehr viel Bildmaterial – und es gibt dann auch deutschsprachige Diskussionsforen (groups).

Tja, warum finde ich Ravelry so nützlich? Erstens, es ist eine Riesen-Community mit mehreren Hunderttausend (kein Schreibfehler!) Mitgliedern, die fleissig Bilder einstellen – z.B. von Garnen, die sie gekauft haben (yarns stashed), von Projekten, an denen sie arbeiten (projects) und von fertigen Arbeiten (finished objects – FOs). Auch viele namhafte Strickdesignerinnen und -designer sind dort Mitglied. Manche Mitglieder stellen auch Anleitungen (patterns) ein – viele davon sind umsonst und die kostenpflichtigen Anleitungen kann man bequem online kaufen.

Zum zweiten ist Ravelry wirklich genial strukturiert: z.B. kann man beim Einstellen eines Bildes angeben, aus welchem Garn und nach welcher Anleitung (z.B. Strickheft Nr. X, Modell Y) man die Arbeit angefertigt hat. Das macht es möglich, dass Mitglieder sehen können, welche Arbeiten aus einem bestimmten Garn angefertigt wurden – und wie das so herauskam. Oder ob bestimmte Anleitungen Fehler oder Schwächen haben – das wird nämlich gerne in den Kommentaren angemerkt ;-)

Hier sind ein paar Beispiele, wie ich Ravelry gerne benutze:

  • ich habe mir ein neues Garn gekauft, aber bin noch nicht ganz entschlossen, was ich damit machen will und wofür das Garn so geeignet ist. Dann gebe ich den Namen des Garns bei Ravelry in die Suchbox ein, stelle die Suche auf “yarns” (Garne) ein, und es kommen oft hunderte von fertigen Arbeiten (finished objects) hoch, die mit dem Garn angefertigt wurden. Mit Fotos natürlich. So kann ich dann sehen, wofür das Garn gut geeignet ist (und wofür weniger) – und überhaupt, wie zufrieden die Mitglieder mit dem Garn sind
  • ich will mir etwas Bestimmtes stricken und suche noch eine Anleitung. Ich tippe mein Stichwort in die Suchbox (z.B. scarf für Schal), stelle die Suche auf “patterns” (Anleitungen) ein, und oft kommen hunderte Anleitungen zurück – viele davon sind sogar gratis herunterzuladen. Und wenn mir ein Modell gut gefällt, kann ich wiederum schauen, aus welchen Garnen die Mitglieder es angefertigt haben – mit welchen Garnen das Modell gut kommt und mit welchen nicht so. Manche Modelle brauchen z.B. ein superdickes Garn mit Stand und sehen mit einem dünneren oder weicheren Garn ganz anders aus – selbst wenn man korrekt umrechnet. So was sieht man leicht, wenn man sich mal durch ein paar Seiten “finished objects” für das Modell durchgeklickt hat. Da kann einem Ravelry vor schweren Fehlern bewahren.
  • ich habe online ein tolles neues Strickbuch gesehen, bin mir aber nicht sicher, ob es genügend interessante Modelle hat, so dass ich es mir kaufen möchte. Ich gebe den Buchtitel ein und suche nach “books”. Dann kann ich mir alle “finished objects” zeigen lassen, die nach Anleitungen aus dem Buch gearbeitet wurden. Insbesondere bei englischsprachigen Büchern, die schon eine Weile auf dem Markt sind, gibt es in der Regel zu jedem Modell aus dem Buch mehrere (oder viele) “finished objects”, so dass ich danach weiss, was in dem Buch so drin ist, und ob es sich für mich lohnt.

Tja, dann gibt es noch wie erwähnt die vielen Diskussionsforen (groups), einige davon auf Deutsch, z.B. auch eine Gruppe von StrickerInnen aus dem Raum Stuttgart – die heisst “Stuttgarter Stricktreff“.

Noch ein paar praktische Tipps: wer Mitglied werden möchte, muss sich auf der Home Page von Ravelry (www.ravelry.com) registrieren – und es kann ein paar Tage dauern, bis die Registrierung bearbeitet wird. Sobald man die offizielle Einladung hat, kann man dann loslegen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos – Ravelry finanziert sich über Sponsoren (z.B. Strickläden oder Garnfirmen) und über den Verkauf von “Souvenirs” aus dem angeschlossenen Online-Shop.

Wer Übersetzungshilfe für allgemeine englische Begriffe braucht: LEO (dict.leo.org) ist ein sehr gutes Online-Wörterbuch für Englisch-Deutsch (und umgekehrt). Falls sich ein spezieller Strickbegriff auf LEO nicht findet, Strickmasche hat ein schön übersichtliches Strickwörterbuch Englisch-Deutsch.

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Daumen hoch – Handschuhe stricken

Mai 16th, 2010

Für den Monat Mai macht Elizabeth Zimmermann in ihrem Strick-Jahrbuch  (Knitter’s Almanac) einen ganz ungewöhnlichen Vorschlag:

Es sei die richtige Zeit, Handschuhe zu stricken. Als kleine Strickprojekte könne man sie leicht nach draußen mitnehmen. Aber das wichtigste sei, Handschuhe mit aller Konzentration zu stricken:

“It’s better not to make mittens in a hurry”

Und wenn man die Bilder von den kunstvoll gestrickten Handschuhen sieht – erklärt sich der Hinweis von Elizabeth Zimmermann von selbst.

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Bilderquellen: 1. Red Star Mittens, 2. Warm Glittens,
3. Wintergreen Mittens, 4. Black and White Mittens

Doch von den Mustern und raffinierten Details abgesehen, ist das Stricken von Handschuhen (zumindest von Fäustlingen) viel einfacher als z.B. das Sockenstricken. Das einzige worum man sich Gedanken machen muss, ist der Daumen. Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Man kann einfach auf der Handfläche des Handschuhs ein “Loch” für den Daumen lassen. Dafür legt man in der Höhe des ersten Daumenknöchels ein paar Maschen still und schlägt sie in der nächste Runde wieder an. Rund um das so entstandene Loch werden die Maschen für den Daumen aufgenommen und hochgestrickt. ( Elizabeth Zimmermann hat für das Stilllegen der Maschen eine besonders einfache Methode entwickelt – die unter dem Namen “afterthougt thumb” z.B. bei diesen schönen Musterhandschuhen angewandt wird. )

Diese Art von Daumen sieht man häufig bei Handschuhen mit vielen Mustern – der Vorteil liegt darin, dass alle Muster einfach weitergestrickt werden können.

2) Man strickt einen extra Daumenbereich, in dem man ab dem Handgelenk, an der Daumenseite keilförmig Maschen zunimmt bis zum Daumenknöchel. Dort werden die zugenommenen Maschen stillgelegt und der Handschuh (ungefähr) wieder in seiner alten Maschenzahl weiter hochgestrickt. Handschuhe mit angestricktem Daumenkeil sind der Anatomie der Hand besser angepasst und daher sitzen die Handschuhe besser und bequemer.

Diese Art des Daumens wird vor allem bei Fingerhandschuhen (ein schönes Beispiel sind die  Knotty Gloves)  oder einfarbigen Handschuhen verwendet.

Stricken in London – I Knit London

Mai 7th, 2010

I Knit London - ein Strickreservat

Der zweite Strickladen, den ich in London besuchte, war I Knit London in der Nähe der Waterloo Station: nach eigener Beschreibung ein “Club, Laden, und Reservat für Strickerinnen und Stricker”. Die Öffnungszeiten hatten mich schon im Vorfeld begeistert – zum Beispiel ist Dienstag bis Donnerstag der Tag lang: von 11 bis 21 Uhr. Als ich dann an einem späten Mittwochnachmittag ankam, sah ich im Schaufenster nicht nur bunte Garne, sondern auch das Schild mit Auszügen aus der Getränkekarte – und der Ankündigung, dass sich jeden Mittwoch und Donnerstag abend die Strickgruppe trifft. Deswegen also die langen Öffnungszeiten!

Noch waren nur 3 Frauen versammelt und ich konnte in Ruhe stöbern: auch hier viele ungewöhnliche Garne, teilweise aus Großbritannien, z.B. ein Tweed-Garn aus Schottland oder Bio-Wolle von seltenen britischen Schafsorten. Und verschiedene Lace-Garne, auch wieder aus sehr hochwertigen Materialien: Merino, Mohair, Seide, Lambswool …. Ich habe zwar selbst nicht die Geduld, mit diesen extrem dünnen Garnen komplizierte Spitzenschals zu stricken, aber ich finde Lace-Garne toll, um sie mehrfädig zu verstricken oder als “Beilaufgarn” zu anderen Garnen zu verwenden, um so besondere Melange-Effekte zu erzielen. Und zur besseren Inspiration noch Unmengen an Strickzeitschriften, Anleitungsheften der Hersteller und Bücher ohne Ende – mehrere Meter Bücherregal. Ich war überwältigt …..

Während ich mich durch das Bücherregal arbeitete, wuchs die Strickgruppe langsam, bis es mehr als 10 Personen waren: eine sehr gemischte Gruppe, jüngere und ältere Frauen und sogar ein Mann, die sich auf Klappstühle und ein kleines Sofa verteilten, laut miteinander schwätzten und natürlich alle strickten. Auch die Strickprojekte waren sehr verschieden, von handwerklich sehr anspruchsvollen Stolas mit komplizierten Mustern aus handgefärbten Garnen – bis zu hippen Accesssoires aus extradicken Garnen.

Die zwei Strickläden in London, die so verschieden sind, und die große Vielfalt der Menschen und der Projekte in der Strickgruppe haben mir wieder sehr deutlich gemacht, wie vielfältig Stricken ist!

Stricken in London – loop yarn shop

April 26th, 2010

Loop London - ein Paradies für edle Garne

Loop London - ein Paradies für edle Garne

Ich war diese Wochen beruflich in London und hatte einen Tag zum Sightseeing drangehängt. Und die Sights, die ich sehen wollte, waren natürlich Strickläden: durch das Rowan-Magazin und durchs Internet hatte ich den Eindruck gewonnen, dass Stricken im angelsächsischen Raum als Handwerk deutlich mehr geachtet ist als hier in Deutschland. Und ausserdem mag ich sehr gerne Garne aus edlen Naturfasern (Alpaka, Seide, Mohair, Merino, seltene Schafrassen, ….), und wenn’s geht ohne starke Ausrüstung (d.h. ohne Superwash und so). In vielen deutschen Strickläden gibt es solche Garne kaum, aber britische und amerikanische Online-Shops haben oft eine große Auswahl davon – und das wollte ich mal live erleben.

Ich hatte vorab im Internet recherchiert und der erste Laden, den ich besuchte, war der loop yarn shop im Stadtteil Islington. Und ich wurde nicht enttäuscht, es ist ein echtes Paradies für edle Garne und tolle Strickbücher und -hefte, und natürlich Zubehör: handgefärbte Schurwoll-Garne (ohne Superwash), Mohairgarne aus Australien und aus Japan, Alpaka-Seide-Mischungen, Seide pur, extradickes Kaschmir pur, …. Es hat so Spass gemacht, die Garne in den wildesten Farben anzusehen (und anzufassen). Und ich habe auch eine neue Strickdesignerin entdeckt, die ich ganz toll finde:  Norah Gaughan, die Chefdesignerin von Berroco Yarns.

Wenn es mich wieder mal nach London verschlägt, dann gehe ich sicher wieder dorthin zum “Sightseeing.” ;-)

Wool and the Gang bei Net-a-porter.com

April 24th, 2010

In der Printausgabe der “Sueddeutschen Zeitung” ist heute ein Interview mit Natalie Massenet, der Gründerin von Net-a-porter.com. Net-a-porter verkauft Luxusmode über das Internet. Durch das Interview war ich neugierig geworden, ob die Web Seite z.B. auch zur modischen Inspiration taugt, und überhaupt, was es da so gibt und was es kostet. OK, es ist teuer, wirkliche Luxusmode. Viele, viele Marken und ein tolles Shopping-Erlebnis: beispielsweise kann man jeden Artikel für sich alleine in Nahaufnahme sehen – und als Teil eines kompletten Outfits. Von daher finde ich die Webseite tatsächlich als Inspiration fürs eigene Styling sehr nützlich.

Die größte Überraschung für mich war jedoch, dass ich beim Stöbern in der Abteilung Accessoires auf “Wool and the Gang” gestoßen bin. Zuerst eine Mütze und ich dachte – diese Marke kennst Du doch irgendwie. Und dann kam der Hammer: toll aufgemachte Komplettpackungen zum Selberstricken von Accessoires, z.B. Schals oder Stulpensets, hauptsächlich aus einem sehr voluminösen Schurwollgarn. Natürlich auch nicht ganz billig – das Set für den Riesenschal kostet z.B. 129 €. In diesem Fall kann man mit Selberstricken aber doch Geld sparen, denn die Schals gibt es auch fertig zu kaufen, für 249 €. Wäre sicher auch eine schöne Geschenkidee, z.B. für Wieder-Einsteiger ins Stricken: mit dicken Nadeln schnell ein Luxusaccessoire stricken. Aber das tollste war für mich, dass Strickpackungen in so einem Umfeld präsentiert werden – Stricken ist eindeutig in!

Easy Care – ganz entspannt nach dem Waschen

April 11th, 2010
EasyCare Pullover - vor dem Waschen

Vor dem Waschen - ziemlich eng

EasyCare Pullover - nach dem Waschen

Nach dem Waschen - passt!

Der türkisfarbene Pulli für meinen Freund wurde zu Ostern fertig – und das EasyCare-Garn (so ähnlich wie Superwash) hat sich zum Glück beim Waschen “entspannt”, sprich, der Pulli ist größer geworden. Genauer: er ist so groß geworden wie geplant und passt perfekt. Welche Freude!

Überhaupt ist der Pulli beim Waschen viel schöner geworden: er wirkt glatter und gleichmäßiger als vorher und das Strukturmuster zieht sich weniger zusammen. Auch der Griff hat sich völlig verändert  - das Garn ist richtiggehend aufgeblüht und fühlt sich weicher und voluminöser an.

Diese Eigenwilligkeit des Materials und die Spannung ganz am Ende des Prozesses – das macht für mich Stricken immer wieder zu einer Herausforderung.

Das Design des Pullis basiert übrigens auf einem Modell aus dem Herrenheft vom Herbst 2009 von Lana Grossa – allerdings komplett umgerechnet, ohne Nähte gearbeitet, und mit einer anderen Kragenlösung. Das Garn ist von Colinette (UK): Qualität Cadenza in Farbe “Elephant’s Daydream”.

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Ysolda Teague – erfrischend nostalgisch

April 11th, 2010
Strick-Muster der jungen Designerin Ysolda Teague

Eine kleine Auswahl der Ysolda-Muster bei ravelry.com (Zum Vergrößern klicken)

In Deutschland kaum vorstellbar, ein Artikel im Spiegel oder Stern über eine Handstrick-Designerin, die keine eigenen Laufsteg- Shows in Berlin hat, sondern einfach ihre Muster über eine Website verkauft.
Doch genau das hat “The Times” gemacht: Sie berichtet über Ysolda Teague, einer jungen schottischen Designerin, die vor allem mit ihren Berets in der Strick-Szene bekannt geworden ist.

Sie stamme aus einer Familie von Strickern -  erzählt Ysolda Teague der Times  – und stricke selbst seit dem sie 6 Jahre alt sei. Der Durchbruch kam mit 19 mit einem Muster einer Strickjacke, die an die 40er Jahre erinnern.

Eine moderne Designerin ist sie tatsächlich nicht, alle ihre Muster haben etwas Nostalgisches. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass sie Ihre Stricktechnik anhand von Strickbüchern aus den 40er und 50er Jahren verfeinert hat. Trotzdem wirken ihre Entwürfe nicht altbacken. Sie verwendet die zwar die Musterstreifen und Stricktechniken der frühen Nachkriegszeit, setzt aber eigene Akzente vor allem bei den Schnitten und Farben.

Inzwischen hat Ysolda Teague den 2. Band ihres eigenen Strickbuchs “Whimsical Little Knits” heraus gebracht.

Stricken ist Waerme

April 5th, 2010

Ein sehr netter Werbespot. Ich fand das Making-of auch sehr interessant. Leider sieht man nicht, wer hier fleißig die Nadeln geschwungen hat.

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Noch mal Maschenprobe – immer wieder spannend

März 29th, 2010

Maschenprobe mit Herz

Zur Zeit stricke ich an einem Pulli für meinen Freund. Und da bin ich jetzt ganz nervös, ob der fertige Pulli denn passen wird – denn das Strickstück, das ich zur Zeit in der Hand halte würde ihm auf jeden Fall zu klein sein.

Aber ich habe ja eine Maschenprobe vorher gemacht und sie auch gewaschen. Und im Gegensatz zu flauschigen Garnen, bei denen mir die Maschenprobe schon in der Handwäsche eingeschrumpft ist, habe ich hier eine Schurwolle mit “Easy Care”-Ausrüstung (so was wie Superwash). Bei Superwash-Garnen kommt es wohl häufiger vor, dass sie sich beim Waschen sozusagen “entspannen” und das Stück wird deutlich größer – das habe ich in letzter Zeit auch in verschiedenen Büchern gelesen

Und ich erinnere mich auch an eigene Erfahrungen: vor langer Zeit hatte ich mir einmal einen einen Allover-Zopfpullover aus einem Superwash-Garn gestrickt. Die Maschenprobe hatte ich wohl nicht gewaschen – damals war ich noch jung und naiv ….. Nach der ersten Wäsche hatte ich ein labberiges Minikleid. Ich konnte mir das damals überhaupt nicht erklären und war total frustriert.

Inzwischen weiss ich ja, dass man die Maschenprobe auch waschen muss – und danach am besten auch das Tragen simuliert, z.B. indem man sie eine Weile im Hosenbund mit sich trägt. Letzteren Trick habe ich aus dem Tichiro-Blog: Ein sehr schönes deutschsprachiges Strickblog – mit guten handwerklichen Tipps und einem Shop für “Strickdelikatessen”, darunter z.B. japanische Strickzeitschriften.

Tichiro hat eine sehr hilfreiche Broschüre geschrieben: “Von der Kunst, einen passenden Pullover zu stricken” . Ab Seite 5 finden sich die guten Tips zur Maschenprobe.

Tichiro empfiehlt übrigens, diejenige Nadelstärke zu wählen, bei der man ein zum Garn passendes Strickergebnis erhält. Auch beim Nachstricken von Anleitungen soll man gar nicht versuchen, die angegebene Maschenprobe zu erreichen – lieber die Anleitung für die eigene Maschenprobe und die eigenen Körpermaße umrechnen. Ganz meine Ansicht! Das habe ich schon immer so gemacht: schon alleine, weil mir Standardgrößen nicht passen, musste ich sowieso immer  umrechnen. Wenn man das erst mal kann – und mit Tichiro’s Broschüre kann man es lernen – dann hat man auch viel mehr Freiheit, z.B. bei der Auswahl des Garns.

Nur auf seine Maschenprobe sollte man sich verlassen können – es bleibt spannend mit meinem aktuellen Projekt!

PS: Die Maschenprobe hatte ich nach dem Zählen mit dem Herzchen bestickt (siehe Foto) und meinem Freund als “Vorgeschmack” auf den Pulli geschenkt. Der Pulli wird hoffentlich zu Ostern fertig.

Maschenprobe nur im Wollwaschgang?

März 20th, 2010

Jacke - Vorderteil mit Rüschenblende

Bei meinen Strickprojekten passiert es mir immer wieder, dass das fertige Stück überhaupt nicht passt, und oft bis zu 2 Kleidergrößen zu groß oder zu klein ist.

Diesen Winter hatte ich wieder einen Fall von viel zu groß: eine graue Mohairjacke, die eigentlich auf Figur gearbeitet sein sollte. Leider geriet sie zu lang und zu breit, und sah einfach scheußlich schlabberig aus.

Ich konnte es mir nicht erklären: ich hatte eine Maschenprobe gestrickt und gewaschen – und die fertige Jacke auch. Und glatt rechts “leiert” ja auch nicht so unvorhersehbar.

Seltsam war, dass das Maschenbild bei der fertigen Jacke viel lockerer aussah als bei der Maschenprobe, die ein kleines bisschen verfilzt aussah. Ich zählte nach, und tatsächlich hatte die fertige Jacke weniger Maschen und Reihen auf 10 cm als die Maschenprobe. Und das, obwohl die fertige Jacke aus einem empfindlichen Schurwolle-Mohairgemisch in der Waschmaschine gewaschen war. Die Maschenprobe hatte ich allerdings wie immer mal eben mit der Hand gewaschen.

Ich konnte es mir zuerst gar nicht vorstellen, aber diese Erfahrung habe ich mehrmals gemacht und ganz offensichtlich ist es wirklich so: der Wollwaschgang meiner Waschmaschine ist bei delikaten Garnen, die zum Verfilzen neigen, sanfter als (meine) Handwäsche.

In der aktuellen “stricktrends” (Frühling 2010) fand ich dann meine Vermutung bestätigt. Bei den Pflegetipps für Kaschmirwolle stand: “Maschinenwäsche nur mit modernsten Wollprogrammen – die sind dann allerdings besser als jede Handwäsche.”

Seit dieser Erfahrung habe ich der Waschmaschine schon mehrere andere Stücke aus sehr empfindlichen Garnen anvertraut – das Ergebnis war stets super: überhaupt kein Filzen und dank Wollschleudergang trocknen die Teile auch viel schneller als bei Handwäsche. Seitdem ist für mich klar: mein Selbstgestricktes kommt prinzipiell in die Waschmaschine.

Bloss: Wie wasche ich jetzt in Zukunft die Maschenproben? Ich verwende gerne Garne, die leicht verfilzen.  Aber wegen einer Maschenprobe den Wollwaschgang laufen lassen? Oder warten, bis zur nächsten Wollwäsche? Nicht wirklich.

Vielleicht kann ich ja meine Handwaschtechnik verbessern ….

Die Jacke habe ich dann übrigens mit der Hand gewaschen. Jetzt ist sie auch ein bisschen angefilzt – aber sie passt wie berechnet!

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Ruhe bewahren und…

Januar 28th, 2010

Leider in JennieGees Shop bei Etsy schon ausverkauft – aber trotzdem zauberhaft:

Ruhe bewahren und...

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